Dreiländertagung

Rückblick zur Dreiländertagung 2026 der Schweizerischen Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften (SGVW) in Zusammenarbeit mit dem Forschungsprojekt DIGILOG

02.04.26


Künstliche Intelligenz und Digitale Transformation des Staates: Revolution oder Evolution?

Am 27.3.2026 fand im Bernerhof in Bern die SGVW-Dreiländertagung zum Thema «Künstliche Intelligenz und Digitale Transformation des Staates: Revolution oder Evolution?» statt. Künstliche Intelligenz (KI) und digitale Technologien verändern staatliches Handeln tiefgreifend. Zwischen Innovationsversprechen und demokratischer Legitimität stellt sich die Frage, wie digitale Transformation und KI genutzt werden können, ohne Vertrauen, Legitimität und Steuerungsfähigkeit zu gefährden. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Tagung den aktuellen Entwicklungen und Perspektiven der Einführung von KI und der digitalen Transformation, mit besonderem Fokus auf die föderalen Ebenen in der Schweiz, Deutschland und Österreich. In Keynotes, Podien und interaktiven Breakout-Sessions diskutierten Fachpersonen aus Verwaltung, Wissenschaft und Politik Chancen, Risiken und konkrete Gestaltungsoptionen.

Die Dreiländertagung war zugleich auch der Abschlussanlass des trinationalen Forschungsprojekts DIGILOG zur digitalen Transformation der Gemeinden Europas, das in Kooperation zwischen der ZHAW, der Universität Potsdam und der WU Wien durchgeführt wurde und durch den Schweizerischen Nationalfonds (SNF) und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert und durch den Europarat unterstützt wurde.

Teil 1: Einführung in die KI und digitale Transformation des Staates

Eröffnet wurde die Tagung durch Prof. Dr. Reto Steiner, Dean der ZHAW School of Management and Law und Forschungsleiter des Projekts DIGILOG. Steiner griff das Bild aus „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry auf, insbesondere die Begegnung mit dem Fuchs, bei welcher es um Zähmung und Vertrauen geht. Dieses Motiv diente als Leitgedanke für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung. KI wäre demnach nicht als rein technisches Werkzeug zu verstehen, das man einfach einsetzt, sondern etwas, das verstanden, angepasst und in Prozesse integriert werden muss. Im Zusammenhang mit KI stehen heute viele „Füchse“ bereit, insbesondere aus dem Osten und aus dem Westen, wie Steiner augenzwinkernd hinzufügte.

Die Eröffnungsrede verdeutlichte, dass die Bevölkerung der digitalen Transformation und der künstlichen Intelligenz zwar offen, aber konstruktiv-kritisch gegenübersteht, und dass Vertrauen schnell Schaden nimmt, wenn Anwendungen nicht zuverlässig funktionieren.

Im Zentrum der Tagung stand nicht eine technikgetriebene Perspektive, sondern ein Austausch zwischen Politikwissenschaft, Verwaltungspraxis und weiteren Fachbereichen. Das Forschungsprojekt «DIGILOG» lieferte die inhaltliche Grundlage und den Rahmen für die Tagung. Die Tagung griff die Frage auf, welche organisatorischen und kulturellen Voraussetzungen notwendig sind, damit Digitalisierung nicht nur effizient, sondern auch im Einklang mit den Werten des Europarats umgesetzt werden kann.

Die Tagung wurde moderiert durch Prof. Dr. Mark Alder, Kommunikationsexperte an der ZHAW School of Management and Law. Alder differenzierte drei Kategorien von Wissen – mutmasslich in der Hoffnung, dass die Teilnehmenden aus jeder dieser Kategorien etwas von der Tagung mitnehmen können: Erstens jenes Wissen, von dem wir wissen, dass wir es besitzen; zweitens jenes, von dem wir wissen, dass es uns fehlt; und drittens – besonders relevant im Kontext von KI – jenes Wissen, von dem wir nicht wissen, dass wir es nicht wissen. Gerade diese dritte Kategorie verdeutlicht die Herausforderungen im Umgang mit neuen Technologien, da sie blinde Flecken und Unsicherheiten sichtbar macht.

Viktor Rossi, Bundeskanzler der Schweizerische Eidgenossenschaft, hielt das erste Key Note Referat zu den Perspektiven und Risiken von KI und digitaler Transformation in der Schweiz. Bewusst wählte er den Begriff „Perspektiven“ statt „Chancen“, um die Offenheit zukünftiger Entwicklungen zu betonen. Die Auseinandersetzung mit KI sei eine staatspolitische Aufgabe, mit der es sich auseinanderzusetzen gilt. Rossi stellte die Frage, wie Vertrauen, Legitimität und Verantwortung in Zeiten von KI gewahrt werden können.

Im Zentrum seines Referats standen drei Aspekte: Erstens die staatliche Handlungsfähigkeit. Projekte wie das Sprachmodell „Apertus“, das von Forschenden der EPF Lausanne, der ETH Zürich und dem Swiss National Supercomputing Centre entwickelt wurde, verdeutlichen, wie mit begrenzten Mitteln Lösungen entwickelt und die digitale Souveränität gestärkt werden kann. Zweitens wurde die zentrale Bedeutung von Vertrauen hervorgehoben. Rein die technische Leistungsfähigkeit genügt nicht; der Einsatz von KI in der Verwaltung werde nur dann erfolgreich sein, wenn die Bevölkerung diesem vertraut. Aktuell ist das Vertrauen deutlich geringer ausgeprägt als etwa in Wissenschaft oder Regierung[1]. Drittens betonte der Bundeskanzler die Frage nach dem richtigen Einsatz von KI und den klaren Grenzen: Entscheidend sei nicht, was technologisch möglich ist, sondern wie ein verantwortungsvoller Einsatz gelingen kann. Der Staat bzw. der Mensch müsse dabei stets die Verantwortung tragen und dürfe zentrale Aufgaben nicht vollständig an KI delegieren.

Abschliessend verwies Rossi auf die KI-Strategie der Bundesverwaltung (2025)[2], die auf drei Pfeilern basiert: dem Aufbau von Kompetenzen durch entsprechende Ausbildung von Mitarbeitenden, dem verantwortungsvollen und gemeinwohlorientierten Einsatz zur Stärkung von Vertrauen sowie der Steigerung von Effizienz, indem Mitarbeitende von Routinearbeiten entlastet werden, und mehr Zeit bleibt für Aufgaben, bei denen politisches Urteilsvermögen, Erfahrung und Verantwortung zentral sind.

Teil 2: Überblick über die Entwicklungen in Europa

Nach den Ausführungen zur Schweiz in Teil 1 wurde im zweiten Teil ein Überblick über die Entwicklungen in Europa gegeben.

Prof. Dr. Sabine Kuhlmann, Präsidentin der European Group for Public Administration, Stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Normenkontrollrates und Professorin an der Universität Potsdam, beleuchtete in ihrem Referat die Digitalisierung und den Einsatz von KI in europäischen Gemeinden aus einer empirischen Perspektive. Im Zentrum stand die Frage, wie weit die digitale Transformation in Europa fortgeschritten ist und welche konkreten Effekte sich daraus ergeben. Im Rahmen des DIGILOG-Forschungsprojekts wurden in Kommunen aus den 46 Mitgliedsstaaten des Europarats Daten erhoben, mit vertieften Analysen in Schwerpunktländern, wobei quantitative und qualitative Methoden kombiniert wurden.

Der sogenannte «DIGILOG Index» misst das Digitalisierungslevel in den Europäischen Gemeinden und unterscheidet zwischen interner (d.h. organisationaler) Digitalisierung und externer (d.h. bürgerorientierter) Digitalisierung. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Während nordische Länder bei der Digitalisierung meist führend sind, liegen Deutschland, Österreich und die Schweiz (die sogenannten DACH-Länder) im Mittelfeld, und Frankreich sowie osteuropäische Länder zählen zu den Nachzüglern. Bei der wahrgenommenen Verbesserung der Servicequalität zeigt sich, dass frühere Spitzenreiter teils geringere Verbesserungen wahrnehmen, während frühere Nachzügler die Veränderungen deutlich positiver bewerten – möglicherweise bedingt durch unterschiedliche Ausgangsniveaus der Verwaltungsqualität. Kuhlmann wies dabei auf die Bedeutung von Kontextfaktoren wie Verwaltungskultur und Governance-Strukturen hin, im Sinne von „culture matters“.

Inhaltlich zeigte sich, dass rund die Hälfte der Kommunen KI bislang kaum oder gar nicht nutzt. Dennoch ist die externe Digitalisierung beispielsweise bei Online-Formularen vielerorts bereits relativ weit fortgeschritten, während die Kommunen z.B. bei Chatbots oder Online-Zahlungen noch nicht sehr weit sind. Bei der internen Digitalisierung ist die Implementierung bei den Basiskomponenten fortgeschritten, aber komplexere Komponenten sind unterentwickelt, z.B. der Datenabtausch in Deutschland. Als zentrale Herausforderungen nannte Kuhlmann unter anderem die wachsende digitale Spaltung (z.B. zwischen Stadt-Land). Digitalisierung erfolgt häufig „nebenbei“ und ohne klare Zuständigkeiten.

Zwar werden in vielen Fällen Effizienz- und Effektivitätsgewinne festgestellt, aber auch Qualifikations- und Kompetenzanforderungen an Mitarbeitende sind erhöht. Gleichzeitig bleiben zentrale Erwartungen oft unerfüllt, etwa hinsichtlich verkürzter Bearbeitungszeiten oder Personalreduktion. Folgende mögliche Lösungsansätze werden aus den Analysen abgeleitet: die Entwicklung von Gesamtstrategien auf politischer Ebene, die Stärkung personeller Kompetenzen und neuer Karrierewege, eine konsequente Prozessoptimierung sowie eine Steigerung der Akzeptanz durch Bürger/-innen und Beschäftigte.

Nach dieser Auslegeordnung erfolgen Erfahrungsberichte aus den drei deutschsprachigen Ländern.

Perspektive Schweiz

Daniel Markwalder, Delegierter des Bundesrates für digitale Transformation und IKT-Lenkung, betonte die rasante Entwicklung von KI und deren Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche der Bundesverwaltung. Der Staat nehme dabei eine Doppelrolle ein, indem er KI sowohl reguliert als auch selbst anwendet. In der Regulierung werden Themen wie Transparenz, Datenschutz, Nichtdiskriminierung und Aufsicht relevant. Die Schweiz verfolgt dabei zwei Standbeine: mögliche gesetzliche Regelungen sowie nicht verbindliche Massnahmen wie Best Practices und Codes of Conduct, auch vor dem Hintergrund, dass Gesetzgebungsprozesse Zeit benötigen. Strategisch setzt der Bund auf den Einsatz von KI-Systemen, den Aufbau von Wissen und Kompetenzen bei Mitarbeitenden sowie auf Vernetzung und Austausch zwischen Akteuren. Abschliessend unterstrich Markwalder, dass der Umgang mit KI eine zentrale Frage der heutigen Zeit darstellt, wobei der Mensch weiterhin eine verantwortungsvolle Rolle behalten muss.

Perspektive Österreich

Mag. Klaus Hartmann, Leiter der Bundesdisziplinarbehörde und Vorstandsmitglied der Österreichischen Verwaltungswissenschaftlichen Gesellschaft, skizzierte die österreichische Perspektive auf KI und Digitalisierung als bislang eher ernüchternd. Initiativen wie das „KI-Konklave“, bei welchem sich die Spitzen der Bundesministerien im März 2026 auf einen gemeinsamen KI-Fahrplan einigten, zielen auf strategische Ausrichtung und bessere Services ab.

Digitalisierung wird als Querschnittsaufgabe verstanden, jedoch fehlt es häufig an zentraler Steuerung, Koordination und klaren Zuständigkeiten. Insgesamt agiere der Staat eher als Getriebener denn als Treiber der Entwicklung, und vorhandene Potenziale werden noch nicht vollständig genutzt, z.B. bei der Digitalisierung von Prozessen.

Perspektive Deutschland

Wie einige der vorangehenden Referierenden betonte auch Dorothea Störr-Ritter, Mitglied des Nationalen Normenkontrollrats und Landrätin a.D., die zentrale Rolle von Vertrauen für das Gelingen der digitalen Transformation. Anhand des Beispiels Deutschlands zeigte sie, dass trotz intensiver Bemühungen die Umsetzung oft hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ursächlich sind beispielsweise Schnittstellen zwischen Organisationseinheiten, überlasteten Verwaltungen sowie fehlenden Steuerungs- und Umsetzungsstrukturen.

Der Nationale Normenkontrollrat (NKR)[3] schlägt vor, mit Aufgabenbündelung Spezialisierungs-, Skalen und Verbundvorteile zu erzielen, insbesondere durch fachliche, funktionale und räumliche Bündelung. Gleichzeitig verwies Störr-Ritter auf positive Beispiele wie die Digitalisierung im Gesundheitswesen, wo grossen Wert auf Harmonisierung/Abstimmung durch Beteiligung und Begeisterung der Interessengruppen gelegt wird. Insgesamt bleibt die Herausforderung bestehen, bestehende Ansätze besser zu verzahnen und insbesondere die Frage der konkreten Umsetzung („Wie?“) zu klären.

Einordnung dieser Ländererfahrungsberichte

Prof. Dr. Isabella Proeller, Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls für Public und Nonprofit Management an der Universität Potsdam, ordnete die Länderbeiträge, die auf die nationale Ebene fokussierten, darauffolgend ein und ergänzte diese mit der kommunalen Perspektive aus dem DIGILOG-Projekt. Die Entwicklung der Digitalisierung in den Gemeinden verläuft bislang eher linear als exponentiell, mit insgesamt relativ homogenen Mustern zwischen den DACH-Ländern. Als zentrale Erfolgsfaktoren hob Proeller Managementaspekte wie Finanz-, Personal- und Organisationsmanagement hervor („management matters“), wobei es diesbezüglich noch Luft nach oben gäbe. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass KI bislang eher schrittweise in die Verwaltung Einzug hält, anstatt strategisch gesteuert zu werden.

Teil 3: Bedeutung von KI und Digitalisierung für Menschen und Organisationen

Prof. Dr. Renate Meyer, Inhaberin des Lehrstuhls für Organization Studies an der Wirtschaftsuniversität Wien, beleuchtete die Bedeutung von KI und Digitalisierung aus organisationswissenschaftlicher Perspektive. Sie hob hervor, dass KI sowohl von grossen Erwartungen als auch von Unsicherheiten geprägt ist und sich durch eine hohe Dynamik auszeichnet. Dabei sei zu beachten, dass es nicht „die eine“ KI gibt, sondern unterschiedliche Formen – von prädiktiven Modellen bis hin zu generativer und agentischer KI. Meyer unterschied zwischen Automation (Automatisierung von Tätigkeiten, wovon an dieser Tagung bisher mehrheitlich die Rede war) und Augmentation (Unterstützung bzw. Verbesserung menschlicher Arbeit). 

Insgesamt bleibt die Unsicherheit gross („Nobody knows anything“). Es bestehen erhebliche Governance-Herausforderungen, insbesondere durch Wissenslücken in frühen Phasen und eingeschränkte Regulierungsmöglichkeiten später. Fazit: KI entwickelt sich zur öffentlichen Infrastruktur und sollte wie ein öffentliches Gut behandelt werden. Ob sie zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beiträgt oder selbst eines wird, liegt an uns. Meyer knüpfte an die von Steiner eingeführte Analogie zum Kleinen Prinzen an und betonte, dass eine „Zähmung“ von KI fraglich erscheine – stattdessen brauche es „mehr heimische Füchse“.

Im Anschluss an das Referat fanden drei Breakout-Sessions statt, wovon die Teilnehmenden im Vorfeld eine auswählen konnten.  

In Track 1 wurde diskutiert, wie Transparenz und “Accountability” beim Einsatz von KI im öffentlichen Sektor gewährleistet werden können. Die von Dr. Tobias Polzer und Jakob Kühler geleitete Einheit beleuchtete zentrale Herausforderungen wie algorithmische Intransparenz, Bias und automatisierte Ungerechtigkeit, die bei einigen KI-Anwendungen bestehen. Diskutiert wurden sowohl ethische und rechtliche Risiken als auch konkrete Instrumente entlang der Phasen Einführung, Nutzung und Skalierung von KI-Systemen. Ein besonderer Fokus lag auf Massnahmen wie Explainable AI, Modellkarten und KI‑Register. Ziel der Session war es, Impulse zu praxisnahen Lösungsansätzen zu geben, um Vertrauen, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Kontrolle bei der staatlichen KI‑Nutzung zu stärken.

Track 2 von Dr. Andreas Weiler, Jonathan Gerber und Jasmin Saxer thematisierte die technischen Aspekte von KI und Implikationen für die Verwaltung. Unter anderem wurde eine Live-Demonstration verschiedener Chatbots durchgeführt, um unterschiedliche Entwicklungsstufen und Best Practices zu veranschaulichen. Auch die Arbeit der Data Scientists im DIGILOG-Projekt wurde vorgestellt: Im Zentrum stand die Entwicklung eines Frameworks zur automatischen Analyse von europäischen Gemeinden, das Webseiten automatisch crawled, analysiert und evaluiert.

Track 3 gab einen vertieften Einblick in die Länderdaten der Mitgliedsländer des Europarats. Geleitet wurde diese Session von Justine Marienfeldt, Jana Machljankin und Jakob Marquardt. Zusätzlich zum Gesamtüberblick über den im Projekt entwickelten DIGILOG-Index wurde bei der Datenanalyse zwischen externer und interner Digitalisierung sowie zwischen der Auswertung nach DACH-Ländern und weiteren Ländergruppen unterschieden. Es zeigte sich, dass für eine erfolgreiche Umsetzung mehrere Faktoren entscheidend sind: technologische Kapazitäten, digitale Infrastruktur, Gemeindegrösse, Urbanisierungsgrad sowie der Einfluss von Nachbargemeinden (Stichwort Isomorphismus). Keiner dieser Faktoren wirkt isoliert, vielmehr bestimmt ihr Zusammenspiel den Digitalisierungsgrad einer Gemeinde.

Zum Abschluss der Session wurde das DIGILOG-Dashboard präsentiert, das eines der Hauptergebnisse aus dem DIGILOG-Projekt darstellt (Link).

Teil 4: Perspektiven für Europa: Die Zukunft von Künstlicher Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung

Dr. Matthias Kloth, Head of the Digital Governance and Sport Department, Europarat, und Prof. Dr. Reto Steiner, ordentlicher Vertreter der Schweiz in der Gruppe der unabhängigen Experten beim Europarat und Dean der ZHAW School of Management and Law, diskutierten, dass eingesetzte KI-Systeme klare Standards erfüllen sollte und ob solche Acts innovationshemmend wirken. Während der EU AI Act klare Vorgaben macht und Sanktionen vorsieht, setzt die Konvention des Europarats auf Standards wie Transparenz, Verantwortlichkeit und Nichtdiskriminierung, und benutzt dabei eine technologieneutrale Sprache. Ziel ist dabei ein globales Rahmenabkommen, das Innovation ermöglicht. Betont wurde des Weiteren die Rolle des Europarats beim Schutz von Grundrechten im Kontext von KI. KI birgt Risiken für Grundrechte, etwa bei Diskriminierung oder Datenschutz, insbesondere bei unreflektiertem Einsatz, beispielsweise im Zusammenhang mit Sozialleistungen oder Jobinterviews.

Abschluss der Tagung

Peter Grütter, SGVW, würdigte die Einordnung der drei Länder und zog ein positives Fazit: Aus allen eingangs genannten Wissenskategorien konnte etwas mitgenommen werden.

Abschließend und als mögliche Antwort auf die zentrale Frage, ob KI als Revolution oder Evolution einzuordnen ist, betonte Grütter eine Verschiebung der Kompetenzen: Während KI Wissen und Analyse dominiert, gewinnen menschliche Fähigkeiten wie Reflexion und Urteilsvermögen an Bedeutung.

Ein besonderer Dank gilt dem Tagungsleiter Prof. Reto Steiner sowie dem gesamten DIGILOG-Team, den Referentinnen und Referenten sowie allen Teilnehmenden, die durch ihre Beiträge und Fragen die Dreiländertagung bereichert haben.

Text von Dr. Claire Kaiser, ZHAW


[1] Siehe dazu ETH Zürich (2025), Studie “Sicherheit 2025”

[2] vgl. https://www.bk.admin.ch/bk/de/home/digitale-transformation-ikt-lenkung/vorgaben/sb021-strategie-einsatz-von-ki-systemen-in-der-bundesverwaltung.html

[3] “Der Nationale Normenkontrollrat (NKR) wurde im Jahr 2006 als unabhängiges Expertengremium eingerichtet, um die Bundesregierung, den Deutschen Bundestag und den Bundesrat bei Bürokratieabbau und besserer Rechtsetzung zu beraten (vgl. https://www.bmjv.de/DE/service/gesetzgebung/normenkontrollrat/nationaler_normenkontrollrat.html)

Ein besonderer Dank gilt den Referent:innen und Diskutant:innen sowie allen Teilnehmenden, die durch ihre Beiträge und Fragen die Tagung bereichert haben.


Präsentationen

Impressionen

Prof. Dr. Reto Steiner, Dean, ZHAW School of Management and Law, Forschungsleiter des Projekts DIGILOG
Viktor Rossi, Bundeskanzler und Präsident der SGVW
Prof. Dr. Sabine Kuhlmann, Präsidentin European Group for Public Administration, Stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Normenkontrollrates, Professorin, Universität Potsdam
Daniel Markwalder, Delegierter des Bundesrates für digitale Transformation und IKT-Lenkung
Mag. Klaus Hartmann, Leiter der Bundesdisziplinarbehörde und Vorstandsmitglied der Österreichischen Verwaltungswissenschaftlichen Gesellschaft
Dorothea Störr-Ritter, Mitglied des Nationalen Normenkontrollrats und Landrätin a.D.
Prof. Dr. Isabella Proeller, Professorin und Inhaberin des Lehrstuhls für Public und Nonprofit Management, Universität Potsdam
Von links nach rechts; Mag. KIaus Hartmann, Dorothea Störr-Ritter, Daniel Markwalder, Prof. Dr. Isabella Proeller
Prof. Dr. Renate Meyer, Inhaberin des Lehrstuhls für Organization Studies, Wirtschaftsuniversität Wien
Referierende Breakout Sessions, von links nach rechts; Jakob Marquardt
Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ZHAW School of Management and Law, Jana Machljankin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ZHAW School of Management and Law, Dr. Tobias Polzer
Assistenzprofessor, Wirtschaftsuniversität Wien, Dr. Andreas Weiler, Stellvertretender Gruppenleiter der Forschungsgruppe Intelligente Informationssysteme, ZHAW School of Engineering, Jakob Kühler, Research Associate, University of Kassel, Justine Marienfeldt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Potsdam, Jasmin Saxer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ZHAW School of Engineering, Jonathan Gerber, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ZHAW School of Engineering
Panelteilnehmende, von links nach rechts:
Prof. Dr. Reto Steiner, ordentlicher Vertreter der Schweiz in der Gruppe der unabhängigen Experten beim Europarat, ZHAW School of Management and Law
Dr. Matthias Kloth, Head of the Digital Governance and Sport Department, Europarat
Moderation:
Prof. Dr. Mark Alder, Kommunikationsexperte, ZHAW School of Management and Law
Peter Grütter, Schweizerische Gesellschaft für Verwaltungswissenschaften

Tagungspartner

Wir danken unseren Partnern Die Post, Fabasoft Schweiz, KPMG, Microsoft, Novo Business, der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften und dem Institut für Verwaltungs-Management (ZHAW) für Ihre Unterstützung!

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